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  • Dr. Engelbert Ruoss

Teil II - Großschutzgebiete, eine Weltmacht mit Modellcharakter

2. Holistisches Modell der Regionalentwicklung


Die holistischen Modelle umfassen drei Dimensionen der Partizipation:

Top Down: Die Top Down-Dimension umfasst das Definieren der Rahmenbedingungen und entsprechender gesetzlicher Vorgaben für die Großschutzgebiete, die Finanzierung speziell der Management-, Forschungs- und Bildungsaufgaben sowie das Kreieren von Anreizprogrammen. Die Handlungsbasis ist eine Leistungsvereinbarungen, in der das Delegieren von Kompetenzen und Verantwortungen an die direkt betroffenen Behörden und Akteure definiert wird.

Bottom Up: Die Bottom up-Dimension bezieht die lokale Bevölkerung und Akteure sowie lokale Wirtschaftsbetriebe in die Planungs-, Entscheidungs-und Realisierungsprozesse ein. Vielfach ist auch eine Mitfinanzierung durch die Gemeinden oder deren Einwohner vereinbart.

Ouside In: Wesentliche Inputs kommen auch von der Outside In-Dimension, namentlich inhaltliche Beiträge wie Wissen, Erfahrungen, Vermittlung, Kontakte (Universitäten, Forschungsinstitute, NGO’s) oder auch finanzielle Beiträge wie Projektfinanzierung, Investitionen (Sponsoren, Spender, Stiftungen). Viele nationale und internationale

Programme umfassen sowohl inhaltliche wie auch finanzielle Unterstützungen (UNO, Weltbank, EU, IUCN usw.).


Folgende Bedingungen sind für die Schaffung eines Modells zur gesamtheitlichen Gebietsentwicklung maßgebend:

  • Engagement der lokalen, regionalen und nationalen Behörden,

  • Einbezug der lokalen Bevölkerung und der Akteure in Entscheidungs- und Realisierungsprozesse,

  • Zusammenarbeit von öffentlichen und privaten Institutionen und Bildung von Öffentlich – Privaten Partnerschaften (PPPs).

  • Methodisches Vorgehen, damit Prozesse transparent und replizierbar werden

  • Lokale Ökologische und Ressourcen-Kreisläufe schließen.

  • Umfeld für Kooperation, Innovation und Kreativität schaffen.

  • Kreieren und Kommunizieren von Corporate Identity und Image mit Labeln sowie Public Relation Strategien.

  • Kooperation mit zielverwandten Gebieten (Knowledge Datenbank, Austausch und Transfer von Wissen und Erfahrungen).

  • Prozessorientierung: Mut zum Wandel.

Ruoss, E. 2017: in Alpenreisen (Luger, K & Rest, F. Hg), Studienverlag Innsbruck - Wien, p. 237 – 261 http://www.studienverlag.at/page.cfm?vpath=buecher/buchdetail&titnr=5652