• Dr. Engelbert Ruoss

Over/Under Tourism

Zuviel oder zu wenig? Trends erkennen!

Strategische Schlüsselfaktoren in der Besucherlenkung

In den vergangenen Jahren hat „Over/Under Tourism“ zu dramatischen Auswirkungen auf das Kultur- und Naturerbe geführt. Die extremsten Folgen sind:

  • Touristische Destinationen versinken im Besucherstrom und leiden unter negativen Auswirkungen auf das Kulturelle Erbe, belasten die Umwelt und führen zu sozialen Spannungen, speziell auch als Folge des unangemessenen Verhaltens der Besucher. Beispiele sind Amsterdam, Barcelona, Venedig, Dubrovnik Ischia, Mallorca

  • Unbekannte Destinationen mit fehlender touristischer Infrastruktur und Dienstleistungen werden zu Trends und erhalten in wenigen Jahren dank den Medien, speziell dank den ICT Plattformen eine Berühmtheit und werden in kürzester Zeit überschwemmt. Dies hat oft verheerende Folgen für Kultur, Umwelt und Einwohner. Beispiele sind Lago die Bries, Scala dei Turchi in Sizilien (IT), Valle Verzasca (CH), Trolltunga (N), Penataran Agung, Bali (IND)

  • Attraktive, aber meist schwach erschlossene Gegenden mit wenig Tourismus kämpfen mit strukturellen Problemen, Abwanderung junger und arbeitsfähiger Bevölkerung und damit an beschleunigter Überalterung. Architektonisches und kulturelles Erbe zerfällt, die wirtschaftliche Basis schwindet und die Landschaft verwildert. Dies führt zu zunehmenden Naturgefahren und zur Erhöhung der Unterhaltskosten. Beispiele sind schwach erschlossenen Gebiete im Alpenraum

Faktoren einer nachhaltigen Tourismus Strategie

Es gilt die langfristige Entwicklung und kurzfristigen Trends rechtzeitig zu erkennen und geeignete Massnahmen zu ergreifen, um verehrende, oft kostspielige Folgen zu verhindern. Die Social Media bieten ideale Instrumente um Tourismus ausgewogen zu entwickeln: einzuschränken oder zu fördern.


Folgende Faktoren sind in einer Tourismus Strategie zu berücksichtigen:

  1. Qualitative und quantitative Ziele: Wieviel Besucher kann Kultur, Natur und Gesellschaft ertragen (Carrying Capacity)? Wieviel Gäste sind minimal notwendig um eine Basis Infrastruktur aufrechtzuerhalten und die Landschaftspflege zu garantieren?

  2. Natürliche lokale Ressourcen, die eine nachhaltige Entwicklung ermöglichen (Kultur, Infrastruktur, Natur, Gesellschaft, Landschaft) erkennen.

  3. Risikofaktoren: absehbare und potentielle Trends, strukturelle Probleme, natürliche Ressourcen, künftige Gefahren (Klimawandel, Wasserknappheit, Naturgefahren), Präsenz in den Medien

  4. Medien Präsenz analysieren und Instrumente der Besuchersteuerung einführen.


Methoden und Umsetzung

Das Institut für ICT Kommunikation der Università della Svizzera Italiana USI hat gemeinsam mit der UNESCO Chair „ICT to Promote and Develop Sustainable Tourism in World Heritage Sites“ haben eine Methode zur Analyse der Sozialen Medien erarbeitet und setzen ICT Anwendungen gezielt ein, um Win-Win-Win Situationen für Bevölkerung- Gäste – Umwelt zu erzielen.

Die ICT Instrumente sind kostengünstige und schnelle Anwendungen, um rechtzeitig Massnahmen zu definieren und umzusetzen. In wenigen Workshops mit Behörden und Interessenvertretern können die geeigneten Instrumente evaluiert und etabliert werden.


In Zusammenarbeit mit dem UNESCO Chair der USI Lugano erarbeitet Innoreg sagl Analysen der Social Media Präsenz und erarbeitet Strategien und Konzepte der Besucherlenkung um Tourismus zu limitieren oder zu fördern.

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